Wie Stereotypen ticken: Fünf verschiedene Uhrentypen, vom Flipper bis zum Sammler

Anziehen, aufziehen oder bei Bedarf einstellen, wieder bewundern und dem Alltag nachgehen. Eine Uhr tragen kann doch nicht so schwer sein, oder? Aber wenn es um Uhren geht – wie so oft – kann ein Mensch, der eine Leidenschaft für alltägliche Dinge entwickelt hat, ziemlich anspruchsvoll werden. So kann ein Zeitmesser auf unterschiedliche Weise getragen und vor allem von anderen Uhrenliebhabern verstanden werden. Heute möchte ich Ihnen fünf verschiedene Typen von Uhrenträgern vorstellen, die alle dieselbe Leidenschaft teilen, aber aus ganz unterschiedlichen Gründen. Ein kleiner Disclaimer vorweg: Wenn Ihnen beim Lesen dieses Artikels hier und da ein Hauch von Sarkasmus auffällt, ist das nur ein bisschen absichtliche Ironie. Es ist gut, dass wir Uhrenliebhaber wissen, wann wir uns selbst zu ernst nehmen, und kein Problem damit haben, über unsere eigenen Macken zu lachen. Oder? Vielleicht erkennen Sie sich in einem (oder mehreren) dieser Stereotypen wieder.

Der Flipper
Bei Flippern dreht sich alles um die Jagd. Sie kaufen und verkaufen Uhren häufiger als sie ihre Unterwäsche wechseln und sind ständig auf der Suche nach neuen Uhren – deshalb findet man Flipper häufig in Online-Foren, bei Auktionshäusern oder beim ständigen Stöbern in Angeboten. Kaum hat ein Flipper eine neue Uhr am Handgelenk, muss er sie schon verteidigen, denn ein neues Modell ist bereits auf dem Weg durch die Flipper-Pipeline. Auch wenn der Flipper immer wieder sagt: „Die passt perfekt in meine Sammlung!“, sollte man ihn nicht allzu ernst nehmen. Aber auch innerhalb dieser Kategorie gibt es mehr als eine Art von Flippern. Da sind zum einen die, die gerne ausprobieren und sich auf dem Markt austoben, mit dem Ziel, sich mit einer perfektionierten Sammlung zur Ruhe zu setzen. Und dann sind da noch die, die mit viel Kalkulation und Recherche begehrte Uhren möglichst günstig kaufen, um sie dann nach einer Wertsteigerung wieder zu verkaufen. Während erstere für ihren Eifer und ihre Experimentierfreude bewundert werden, polarisieren letztere unter Liebhabern eher. Denn diese Flipper treiben die Marktpreise in die Höhe. Ich sage: Jedem das Seine. Aber wie stehen Sie zu diesem Thema?

Der Investor
Wenn es um Uhren geht, hat der Investor nur ein Ziel: ein sorgfältig kuratiertes Portfolio hochwertiger (und hochpreisiger) Zeitmesser zu besitzen, die in erster Linie als Investition dienen. Für den Investor sind Uhren nicht unbedingt eine Leidenschaft, sondern vielmehr eine Geschäftsmöglichkeit – selbst wenn er schöne Zeitmesser genauso liebt wie maßgeschneiderte Anzüge oder Haute Couture. Einige Uhren schaffen es bis ans Handgelenk, aber die begehrtesten und seltensten Schätze von Patek, Rolex und Co. verbringen ihr Leben in einem Safe – natürlich immer noch in Plastik eingewickelt –, um ihren Wert so weit wie möglich zu steigern. Investoren werden im Allgemeinen für ihre Uhrenauswahl bewundert, aber einige Uhrenliebhaber könnten argumentieren, dass ihnen die Leidenschaft für das Hobby fehlt. Ich vermute, dass der Investmenttyp einfach den finanziellen Aspekt des Sammelns genießt. Stimmen Sie zu?

Der Sammler
Sammler interessieren sich nicht nur für die Uhren selbst, sondern auch für die Geschichten dahinter. Den Sammler findet man häufig in Uhrenmuseen und Vintage-Läden, wo er in staubigen Ecken nach verborgenen Schätzen sucht. Der Sammler kauft Uhren nach einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Strategie. Er kann sich beispielsweise auf eine bestimmte Marke, auf Vintage-Uhren oder auf verschiedene Versionen eines einzigen Modells konzentrieren. Aufgrund seiner umfangreichen Recherchen sind Sammler absolute Spezialisten auf ihrem Gebiet und werden von anderen Uhrenliebhabern für ihr umfangreiches Wissen und ihre Hingabe bewundert und respektiert.

Der Enthusiast
Enthusiasten sind offen für alles, was mit Uhren zu tun hat, und lernen am liebsten etwas Neues. Man findet sie oft auf Community-Events und Messen, da Uhrenenthusiasten gerne Ideen und Erfahrungen mit Gleichgesinnten austauschen. Sie interessieren sich nicht nur für Uhren, sondern auch für andere Aspekte der Branche wie Geschichte und Technologie. Sie lesen alle Artikel, die sie finden können, und abonnieren jeden YouTube-Kanal, der auch nur im Entferntesten mit Uhren zu tun hat. Egal, ob der Uhrenenthusiast eine replica Rolex, eine Seiko oder etwas von einer unbekannten Mikromarke möchte, Sie können immer sicher sein, dass es eine Uhr ist, die er wirklich liebt. Das echte Interesse und die Liebe des Enthusiasten zu Uhren sind ansteckend, weshalb der Uhrenenthusiast auf Branchenevents immer willkommen ist.

Der Statussucher
Der letzte Uhrentyp auf meiner Liste ist der Statussucher – ein Begriff, der ohne die geringste Voreingenommenheit oder Voreingenommenheit verwendet wird. Der Statussucher lebt nach dem Motto: „Eine prestigeträchtige, hochwertige Uhr ist ein Symbol meines Erfolgs.“ Statussucher findet man in gehobenen Restaurants, exklusiven Clubs und überall sonst, wo man ständig daran erinnert werden muss, dass man es geschafft hat. Ihr Ziel ist es, Uhren von Marken zu besitzen, die für sich selbst sprechen. Deshalb sieht man Statussucher fast ausschließlich Uhren von renommierten und natürlich bekannten Herstellern. Eine Uhr ist das ultimative Statussymbol – ein Beweis dafür, dass man im Leben etwas erreicht hat. Enthusiasten mögen sagen, dass die Konzentration der Statussucher auf die Marke jede echte Wertschätzung der Uhr in den Schatten stellt, aber ich denke, dass auch dies ein wesentlicher Bestandteil der Welt der Uhren ist. Und selbst ich muss zugeben, dass ich ein Erfolgserlebnis verspüre, wenn ich den Müll rausbringe und meine hart verdiente Rolex Datejust anschaue. Letztendlich sollten Uhren Freude bereiten. Jeder sollte und kann selbst beurteilen, wie sehr er Freude daran hat.